Tokelau: Solarenergie & Kokosnussöl

Das Wappen von Tokelau

Der Name Tokelau war bislang hierzulande sicher nur Globetrottern oder Erdkundelehrern ein Begriff. Das Land ist indes ein einzigartiges Experimentierfeld für die Zukunft des Planeten geworden, das hoffentlich Vorbildcharakter für die große Welt haben wird: Hier wird erstmals ein komplettes Land einzig durch Solarenergie mit Strom versorgt. Außerdem könnte das erste Land der Erde werden, das seine Klimaverpflichtungen zu 100% erfüllt.

Was ist Tokelau?

Tokelau ist eine winzige Inselgruppe im Südpazifik. Sie besteht im Wesentlichen aus den bewohnten Inseln Atafu, Nukunonu und Fakaofo. Das kleine Archipel ist dem Staat Neuseeland angeschlossen, der alle außenpolitischen Entscheidungen trifft und auch für die äußere Sicherheit des Landes sorgt.

Die indigene Bevölkerung besteht aus Mikronesiern, die vor einigen Jahrtausenden diese Inseln per Boot besiedelten und im Zuge der “Entdeckung” durch die Briten beinahe ausgerottet wurden. Viele ursprüngliche Bräuche und deren Herkunft gingen damit auch für die Forschung unwiederbringlich verloren.

Innenpolitisch ist Tokelau indes weitgehend unabgängig, wobei natürlich auch das Strafrecht den westlichen Standards angeglichen ist, da die alten Riten der Insulaner uns fremde und barbarisch anmutende Strafen vorsehen würden.
Die Bevölkerung von Tokelau besteht aus etwa 1.500 Einwohnern, die sich auf drei Dörfer verteilen, – jeweils ein Dorf auf jeder Insel.

Solarenergie in Tokelau

Interessant ist Tokelau allerdings vor allen Dingen durch die Tatsache, dass hier erstmals eine komplette, wenn auch sehr kleine Nation ihren Strom einzig aus Solarenergie beziehen wird. Natürlich könnte man rund um die Inseln von Tokelau auch Strom aus Wasserkraft gewinnen, doch die Atolle sind reich an Korallenriffen, die durch den Aufbau einer Ansammlung von Offshore-Windkraftanlagen zerstört würden.

Da im Südpazifik und vor allem auf den Inseln von Tokelau beinahe ständig die Sonne scheint, ist das kleine Land ein guter Platz, um einen Modellversuch zu starten, der auch den Rest der Welt nicht unberührt lassen sollte: Speziell die kleinen Inseln im südlichen Pazifik sind in katastrophaler Weise vom Klimawandel bedroht.
Sie drohen schlicht zu versinken, falls die Klimaerwärmung anhält, und deshalb ist es erforderlich, gerade hier auszuprobieren, ob ein Umstieg auf erneuerbare Energien in einem so sensiblen Gebiet nicht auch für den Rest der Welt womöglich die einzige Rettung bieten könnte. Ein versinkendes Paradies sorgt immerhin für Aufmerksamkeit.

Die Bevölkerung von Tokelau hat dies allen traditionellen Vorbehalten zum Trotz akzeptiert und ist nunmehr zu einem weltweit beachteten Versuchslabor geworden:

  • Wird die Bevölkerung mögliche Einschnitte in das tägliche Leben akzeptieren?
  • Kann alleine mit Solarenergie tatsächlich der Bedarf der Menschen gedeckt werden?
  • Wie werden die großen Unternehmen reagieren, die einer weltweiten Energiewende aus kurzsichtigen Gründen im Weg stehen?

Kokosnussöl für bewölkte Tage

Selbst auf wolkige Tage ist die Insel vorbereitet: Es stehen mehrere Generatoren bereit die mit Kokosnussöl betrieben werden können.

Alternative Energien auch im Bereich der Solarenergie machen in raschem Tempo beachtliche Fortschritte. Es ist zu hoffen, dass sich der Modellversuch Tokelau als tragfähig erweist und die Menschheit zu regenerativen Energien findet, wobei womöglich das Wort “Verzicht” mitunter Eingang in das tägliche Leben finden muss. Es ist höchste Zeit für ein Umdenken. Tokelau mag hier Wegbereiter sein.

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