Strom aus Salzwasser mit Osmose Kraftwerk
Der größte norwegische Energiekonzern Statkraft ist seit langem für sein Engagement im Bereich der regenerativen Energien bekannt und betreibt zahlreiche Wind- und Wasserkraftwerke.
Im kleinen Örtchen Tofte, nahe der Hauptstadt Oslo, soll jetzt auf dem Gelände der Zellulosefirma Södra Cell in einer leer stehenden Halle das erste Osmose-Kraftwerk der Welt entstehen.
Im OKW sind Salz- und Süßwasser mit einer selektiv permeablen Membran voneinander getrennt. Durch die unterschiedlichen Konzentrationen von Mineralien streben die Flüssigkeiten einen Druckausgleich an. Diesen Vorgang nennt man Osmose.
Durch die spezielle Trennwand wird jedoch nur der Austausch von Salz verhindert, so dass nur Wassermoleküle vom Süß- ins Salzwasser dringen können was zu einem Überdruck auf der salzigen Seite führt. Mit diesem Druck wird dann eine Turbine angetrieben welche elektrischen Strom erzeugt.
Maximale Leistung dank deutscher Hilfe
Um die Kontaktfläche möglichst groß zu halten wird die Membran in Rollen aufgewickelt und von je einer Seite von salzigem und süßem Wasser umströmt. Die von Statkraft erreichten Werte von 0,1 Watt Stromleistung pro Quadratmeter konnten mit Hilfe von Professor Klaus-Viktor Peinemann und seinem Team vom Institut für Polymerforschung des GKSS-Forschungszentrums in Geesthacht (bei Hamburg) aus 2 Watt gesteigert werden und für die nahe Zukunft rechnet man mit bis zu 3 Watt.
Für ein produktives Arbeiten wären aber mindestens 4 bis 5 Watt nötig. Außerdem gibt es noch Probleme mit der automatisierten Fertigung der Folien. Ebenfalls zu Problemen könnten Algenbewuchs und Kalkablagerungen führen. Diese werden die Lebenszeit der halbdurchlässigen Membran trotz regelmäßigen Putenzs wohl auf etwa 5 Jahre sinken lassen.
Der Bau des Prototyps in Tofte soll noch 2008 beginnen und über eine Membranoberfläche von 2.000 Quadratmetern verfügen. Damit würde das erste Osmose Kraftwerk der Welt auf eine Leistung von nicht mehr als 10 Kilowatt kommen.
Das ist Statkraft natürlich nicht genug und so will man von den 12,5 Millionen Euro die für die Entwicklung von Osmose-Power zur Verfügung stehen schon bald ein zweites Demonstrationswerk mit einer Fläche von 200 bis 400.00 Quadratmetern und einer Leistung von 1 bis 2 Megawatt errichten. Ein Osmose Kraftwerk dieser Ausmaße wäre in der Lage ein ganzes Dorf mit Energie zu versorgen.
Geignete Standorte
Da für den Betrieb nur zwei Rohstoffe benötigt werden kann man ein Osmosekraftwekr überall dort errichten wo Süß- und Salzwasser auf einander treffen. Neben der von Fjorden und Flussmündungen durchzogenen Küste Skandinaviens bieten sich speziell große Salzseen, etwa das Tote Meer oder der Great Salt Lake als Standorte an. Im Prinzip reicht aber natürlich eine Flussmündung an der Küste eines Meeres.
Laut dem Artikel Strom aus Salzwasser (in Stern Nr. 52 vom 20.12.2007, Seite 137) ist es sogar denkbar leer gepumpte Erdölvorkommen unter dem Meer mit Süßwasser zu füllen und dann mit einer Membran zu versiegeln. Dass bei diesem Vorgang am Ende eine positive Energiebilanz herauskommt kann ich mir jedoch kaum vorstellen.
Nach Schätzungen von Statkraft sollen in Europa 200 Millionen und weltweit sogar 1.600 Millionen Megawattstunden pro Jahr durch Osmose erzeugbar sein. Das wären etwa 10% des globalen Energiebedarfs.
Die zwei großen Probleme des Osmoskraftwerke sind ihre Auswirkungen auf Schifffahrt und Umwelt. Flussmündungen werden für die Durchfahrt von Schiffen gesperrt und um ein großes Konzentrationsgefälle zu erreichen würden Brackwasser vorkommen wie sie von vielen Tieren und Pflanzen benötigt werden verloren gehen.
Der Vorteil der neuen Technologie liegt auf der Hand: Osmose ist regenerativ und emissionsfrei und somit absolut umweltfreundlich.
Osmose Energie im Netz:
Der erste Prototyp eines Osmose-Kraftwerks wurde jetzt eröffnet: http://www.oursocialmedia.com/brussels/statkraft-brussels/energiegewinnung-durch-osmose-weltweit-erster-prototyp-nimmt-betrieb-auf/