Psychologische Energieverschwendung
Auf Fiket schreibt Thomas Marquart über sein Leben in Schweden, mit besonderem Schwerpunkt auf den Blickwinkel der Schweden auf Deutschland.
Sehr interessant und zum Nachdenken anregend finde ich seinen Artikel über psychologische Energieverschwendung.
Thomas wohnt in einem Bau aus den 70ern, welcher aufgrund der schlechten Isolierung nie wirklich warm wird.
Bei Bewohnern gut isolierter Neubauten hat er jedoch in interessantes Phänomen entdeckt. Da Wasser und Heizung im Mietpreis inbegriffen sind gehen viele Schweden mit der Mentalität kost ja nix” an die Sache heran. Wenn ihnen im Winter die Wohnung zu warm wird reißen sie also einfach das Fenster auf. So weit, so gut. Aber da der Thermostat häufig am Fenster abgebracht ist dreht dieser dann erst richtig auf und heizt die Wohnung nach Schließen des Fensters sofort wieder hoch, wodurch das Spielchen wieder von vorne losgeht.
Da dieses verschwenderische Verhalten nicht mit Kosten verbunden ist wird es auch nicht als Problem erkannt.
Noch schlimmer wird das ganze wenn auch der Strom bereits in der Miete enthalten ist. Dann wird teilweise versucht möglichst viel Strom zu verbrauchen um selbst der größte Nutznießer zu sein, denn es muss ja immer Leute geben die über und welche die unter dem durchschnittlichen Stromverbrauch liegen welcher in der Miete bereits berücksichtigt wurde.
Ob der höhere pro Kop Energieverbrauch in Schweden (im Vergleich zur BRD) wirklich von diesem Verhalten herrührt, wie Thomas vermutet, wage ich allerdings zu bezweifeln. Allein durch die niedrigeren Temperaturen muss in Schweden mehr geheizt werde.
Doch die Frage bleibt: Wie soll man das Problem lösen?
Wird eine Gesellschaft sich von den praktischen Inklusiv-Nebenkosten”, bzw. der Nebenkosten-Flatrate” verabschieden nur um die Umwelt zu schonen? Wohl kaum.
Ist das ganze durch staatliche Regulierungen durchsetzbar? Sicher, aber nur mit einem gigantischen Imageverlust den keine Partei bereit ist zu riskieren.
Denn Parteien denken, genau wie die potentiellen Wähler, immer nur an die unmittelbaren persönlichen Konsequenzen (Stimmverluste für die Partei und kompliziertere, eventuell sogar höhere, Kosten für die Bürger) und nicht an die langfristigen Folgen (globale Erwärmung, RessourcenknapÖ.