Was die Schweden und Brasilianer in Bezug auf Alkohol gemeinsam haben
Wie Elmar Getto bei Karl Weiss schreibt, will Schweden nach brasilianischem Vorbild bis 2020 vom Export fossiler Energieträger sein.
Dafür sollen Autos auf Alkohol und Biodiesel umgerüstet werden. Ein breites Netz von Alkohol-Zapfsäulen entsteht bereits und vier Autokonzerne haben Motoren auf den Markt gebracht, die beliebige Mischungen von Alkohol und Benzin vertragen.
Zwar läuft der schwedische Atomausstieg nur halbherzig, aber durch die Förderung Biomasse, Wind- und Solarenergie soll die Menge der durch Kohle-, Schweröl- und Müllverbrennung gewonnen Energie reduziert werden.
Die Brasilianer tanken übrigens bereits seit den Siebzigern aus Zuckerrohr gewonnen Alkohol, seit den Achtzigern jedoch meist unter Beimischung von Benzin. Momentan liegt das Verhältnis von Bezing zu Zucker bei etwa 19:6, bei einer Quote von 67% Flex-Fuel Fahrzeugen bei den Neuzulassungen.
Preislich rangiert Alkohol in Brasilien mit 31-48 Eurocents weit unter Benzin (80-83 Cent), was sicher das Verbrauchsverhältnis zu Gunsten das Alkohol kippen wird.
Neben günstigen Endkundenpreisen und einer vom Import unabhängigen Produktion bietet der Alkohol noch einen weiteren Vorteil: Er ist CO2 neutral, da die bei der Verbrennung entstehenden Gase während der Wachstumsphase der Zuckerrohrpflanze aus der Luft gezogen gebunden wurden.