Energiewiesel - Energie & Umwelt

Jan25th

Was die Schweden und Brasilianer in Bezug auf Alkohol gemeinsam haben

Wie Elmar Getto bei Karl Weiss schreibt, will Schweden nach brasilianischem Vorbild bis 2020 vom Export fossiler Energieträger sein.

Dafür sollen Autos auf Alkohol und Biodiesel umgerüstet werden. Ein breites Netz von Alkohol-Zapfsäulen entsteht bereits und vier Autokonzerne haben Motoren auf den Markt gebracht, die beliebige Mischungen von Alkohol und Benzin vertragen.

Zwar läuft der schwedische Atomausstieg nur halbherzig, aber durch die Förderung Biomasse, Wind- und Solarenergie soll die Menge der durch Kohle-, Schweröl- und Müllverbrennung gewonnen Energie reduziert werden.

Die Brasilianer tanken übrigens bereits seit den Siebzigern aus Zuckerrohr gewonnen Alkohol, seit den Achtzigern jedoch meist unter Beimischung von Benzin. Momentan liegt das Verhältnis von Bezing zu Zucker bei etwa 19:6, bei einer Quote von 67% Flex-Fuel Fahrzeugen bei den Neuzulassungen.

Preislich rangiert Alkohol in Brasilien mit 31-48 Eurocents weit unter Benzin (80-83 Cent), was sicher das Verbrauchsverhältnis zu Gunsten das Alkohol kippen wird.

Neben günstigen Endkundenpreisen und einer vom Import unabhängigen Produktion bietet der Alkohol noch einen weiteren Vorteil: Er ist CO2 neutral, da die bei der Verbrennung entstehenden Gase während der Wachstumsphase der Zuckerrohrpflanze aus der Luft gezogen gebunden wurden.

Jan25th

400 Million Investition in schwedische Atommeiler

E.ON und Vattenfall investieren in ihre schwedischen Atommeiler 400 Millionen Euro. Mit der Aufrüstung wird nicht nur die Produktionsmenge erhört, sondern auch die technische Grundlage für eine Laufzeitverlängerung gelegt. Experten sprechen von möglichen Laufzeiten von mehr als 40 Jahren.

Schweden hatte bereits 1980 den Atomausstieg beschlossen, jedoch nur unter der Bedingung, dass der Ausstieg keine negativen Folgen für Wirtschaft und Umwelt haben dürfe. Noch gibt es in Schweden keine öffentliche Diskussion über die von E.ON und Vattenfall angestrebten Laufzeiten bis über das Jahr 2040 heraus und das obwohl es 2006 in Forsmark beinahe zu einem großen Reaktorunglück gekommen wäre

Ganz anders sieht es in Deutschland aus. Die Diskussion über den Atomausstieg ist in vollem Gange: Super-GAU und Castor-Bedenken auf der einen und die Interessen Atom-Lobby auf der anderen Seite.
Die Kosten durch den Atomausstieg werden sich laut momentanen Schätzungen auf mehr als 15 Milliarden Euro belaufen. Bei 7,5 mehr Jahren Laufzeit würde E.ON etwa 5,7 bis 6,2 Milliarden Euro sparen, RWE könnte zwischen 4,5 und 5 Milliarden einsparen.

Quelle: Die Welt.

Jan24th

Die fatalen Folgen des Biosprits aus Palmöl

Biosprit ist eine gute Sache? Diese viel zu einfache Sichtweise des Themas nachhaltige Energieversorgung durch regenerative Energien haben viele Menschen in Europa. Doch leider ist auch der Biosprit aus Palmöl kein Allheilmittel.

Auf Borneo verschwindet laut Deutschlandfunk alle 20 Sekunden ein fußballfeldgroßes Waldstück durch Brandrodung um Palmenplantagen Platz zu machen, aus welchen dann Palmenöl für den europäischen Biosprit-Markt gewonnen wird.

Mit fatalen Folgen:

Die Einheimischen sind darauf angewiesen aus dem Wald natürliche Ressourcen wie Rattan, Kautschuk, Kampfer, Samen, Nüssen und Reis zu gewinnen um ihr überleben zu sichern.
Außerdem drohen ihnen Umsiedlungen, da man ihren Grundbesitz nicht anerkennt.

Und dann wird natürlich auch die globale Erwärmung durch solche Brandrodungen und die dabei freigesetzten Gase (speziell CO2) vorangetrieben.

Borneo ist leider kein Einzelfall. Auch in Kamerun müssen Mensch und Wald den Ölpalmenplantagen weichen. Die heute 1.080 Quadratkilometer große Pläche der Plantagen soll bis 2010 um 50% vergrößert werden, was für eine jährliche Produktion von 250.000 Tonnen Palmöl genügen würde.

Die ökologische Katastrophe ist bei einer solchen Monokultur nur eine Frage der Zeit.

Schön zu sehen, dass der Westen seine Energieweste rein wäscht, indem hier Biokraftstoffe verwendet werden, die zwar unsere Abgasemissionen nicht in die Höhe treiben, aber anderswo zum Albtraum aller Umweltschützer und Menschenrechtler mutieren.

Aufmerksam gemacht wurde ich auf dieses Thema durch einen Beitrag bei openEnergy.

Jan23rd

Psychologische Energieverschwendung

Auf Fiket schreibt Thomas Marquart über sein Leben in Schweden, mit besonderem Schwerpunkt auf den Blickwinkel der Schweden auf Deutschland.

Sehr interessant und zum Nachdenken anregend finde ich seinen Artikel über psychologische Energieverschwendung.

Thomas wohnt in einem Bau aus den 70ern, welcher aufgrund der schlechten Isolierung nie wirklich warm wird.
Bei Bewohnern gut isolierter Neubauten hat er jedoch in interessantes Phänomen entdeckt. Da Wasser und Heizung im Mietpreis inbegriffen sind gehen viele Schweden mit der Mentalität kost ja nix” an die Sache heran. Wenn ihnen im Winter die Wohnung zu warm wird reißen sie also einfach das Fenster auf. So weit, so gut. Aber da der Thermostat häufig am Fenster abgebracht ist dreht dieser dann erst richtig auf und heizt die Wohnung nach Schließen des Fensters sofort wieder hoch, wodurch das Spielchen wieder von vorne losgeht.
Da dieses verschwenderische Verhalten nicht mit Kosten verbunden ist wird es auch nicht als Problem erkannt.

Noch schlimmer wird das ganze wenn auch der Strom bereits in der Miete enthalten ist. Dann wird teilweise versucht möglichst viel Strom zu verbrauchen um selbst der größte Nutznießer zu sein, denn es muss ja immer Leute geben die über und welche die unter dem durchschnittlichen Stromverbrauch liegen welcher in der Miete bereits berücksichtigt wurde.

Ob der höhere pro Kop Energieverbrauch in Schweden (im Vergleich zur BRD) wirklich von diesem Verhalten herrührt, wie Thomas vermutet, wage ich allerdings zu bezweifeln. Allein durch die niedrigeren Temperaturen muss in Schweden mehr geheizt werde.

Doch die Frage bleibt: Wie soll man das Problem lösen?
Wird eine Gesellschaft sich von den praktischen Inklusiv-Nebenkosten”, bzw. der Nebenkosten-Flatrate” verabschieden nur um die Umwelt zu schonen? Wohl kaum.
Ist das ganze durch staatliche Regulierungen durchsetzbar? Sicher, aber nur mit einem gigantischen Imageverlust den keine Partei bereit ist zu riskieren.
Denn Parteien denken, genau wie die potentiellen Wähler, immer nur an die unmittelbaren persönlichen Konsequenzen (Stimmverluste für die Partei und kompliziertere, eventuell sogar höhere, Kosten für die Bürger) und nicht an die langfristigen Folgen (globale Erwärmung, RessourcenknapÖ.

Jan22nd

Klimaschutzlektüre für Ole von Beust

Ganz im Stil von WAS IST WAS hat Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust heute einen Crash-Kurs zum Thema Klimaschutz für Anfänger – in 10 Lektionen vom Dummie zum Klimaschützer” von der GAL- Bürgerschaftsfraktion erhalten.

Mit diesem Werk möchten der umweltpolitische Sprecher der GAL, Chrisian Maaß, und seine Fraktionskollegen von Beust in seinem Wirken als Vorsitzender der Kommission Bewahrung der Schöpfung: Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz” unterstützen.

Der Zehn Punkte Plan:

  1. Konkrete Klimaschutzziele für Hamburg
  2. Neue Jobs durch Klimaschutz
  3. Institutionelle Unterstützung für den Klimaschutz
  4. Hamburg als Vorbild
  5. Altbausanierungen
  6. Energieeffizienz von Neubauten
  7. Bundesweiter Einsatz für den Klimaschutz
  8. Klimaschutz und Verkehrspolitik
  9. Klimawandel
  10. Die GAL wusste das schon immer
Jan22nd

Energiekosten treiben Erzeugerpreise in die Höhe

Wie das Statistische Bundesamt laut Berlin Kontor bekannt gab sind die Erzeugerpreise 2006 um 5,5% gewachsen. Hauptverantwortlicher waren die Energiekosten. Sie stiegen um 16% und waren damit für die 50% des Kostenwachstums zuständig.

Die Preise für Mineralölprodukte durchliefen, in Abhängigkeit vom Weltmarkt, einige Höhen und Tiefen und stiegen insgesamt um 7,2%. Während Kraftstoffe nur um 5,2% teurer wurden erfuhren leichtes Heizöl, schweres Heizöl und Flüssiggas Preisanstiege zwischen 12,1 und 22,2%.
Ebenfalls wesentlich teurer wurden Strom (15,4%) und Erdgas (24,8%) (via Rügen Bote).

Jan22nd

Vergleich der Energiekosten von Fernwärme und Wärmepumpe

Im Hausverwaltungs-Blog beschreibt Martina Preuss ihren Arbeitsalltag. Heute hat die seit 15 Jahren in der Hausverwaltung tätige Göttingerin einen Energiekostenvergleich zwischen Fernwärme (Gas) und Wärmepumpe (Luft) angestellt.

Dabei kam sie zu dem Ergebnis, dass eine Wärmepumpe trotz diverser Stolpersteine des Energieversorgers und inklusive sämtlicher Kosten für Anschaffung, Betrieb und Wartung eine Ersparnis von 35,8%. Nach Einberechnung der Stromkosten für die Pumpe kommt man immerhin noch auf 25,7%.

Ich bin mal gespannt ob es zu einem Umstieg auf eine Wärmepumpe kommt und würde mich über einen Erfahrungsbericht sehr freuen.

Jan21st

Giftiger Energiecocktail

Der deutschen Naturschutzring hat eine Pressemitteilung zum Energie-Mix der EU veröffentlicht. Als einen energiepolitischen Gift-Cocktail bezeichnet der DNR den zu sehr auf fossile Brennstoffe und Atomkraft fokussierten Energie-Mix der EU Kommission.
Der Umweltverband fordert die Treibhausgase bis 2020 um 30% zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien auf 25% zu erhöhen.

Steffan H. geht noch weiter und schlägt vor die Subventionen für Energie zu streichen. Denn wenn Energie nicht mehr künstlich billiger gemacht wird haben die Leute auch mehr Anreize zum Sparen.

Jan20th

Thüringer wollen Atomstrom

Die Thüringer Allgemeine lässt momentan eine Abstimmung auf ihrer Website laufen und fragt ob Deutschland den Atomstrom braucht.

Dies bejahen momentan 1582 Umfrageteilnehmer. 794 sind dagegen und 42 unentschieden. Damit sind 65,4% der befragten gegen den Atomausstieg.

Aber ob die Umfrage so sonderliche repräsentativ ist? Laut Medianrauschen kann man alle 15 Minuten erneut abstimmen.

Jan20th

Hamster als Energiequelle der Zukunft?

Wie das Consumer Blog berichtet hat man errechnet ob und wie Hamster die Energieversorgung der Menschheit decken könnten.

Hier die Fakten:

  • Ein Hamster wiegt im Schnitt 50 Gramm, läuft im Laufrad mit 2 Metern pro Sekunde und erzeugt so 0,5 Watt.
  • Hamster verbringen nur 5% ihres Lebens in Laufrädern.
  • Großbritannien könnte mit 100.000 Hamstern versorgt werden, die ganze Welt mit 1.458 Milliarden.
  • Ein Hamster lebt etwa 2,5 Jahre.
  • Wären wir 2003 auf Laufrad-Energie umgestiegen hätten wir bis jetzt mehr als zwei Milliarden Tonnen Hamsterkadaver.

Wenn man aus den Hamsterkadavern wieder Energie gewinnt (Biomasse) und die Laufrad-Farm an einem Ort aufstellt an dem man keine Energie für Heizung, Licht, Klimaanlage, usw. ausgeben muss könnte sich das ganze ja wirklich lohnen.

Nachtrag, 28.01.2007: Bei Michael gibt es ein nettes Video zum Thema.

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